Il blog di Gabriele Del Grande. Sei anni di viaggi nel Mediterraneo lungo i confini dell'Europa. Alla ricerca delle storie che fanno la storia. La storia che studieranno i nostri figli, quando nei testi di scuola si leggerà che negli anni duemila morirono a migliaia nei mari d'Italia e a migliaia vennero arrestati e deportati dalle nostre città. Mentre tutti fingevano di non vedere.
01 October 2013
Immigranten die an europäischen grenzen starben
Festung Europa
17 August 2009
Libyen: Massaker in Benghazi – 20 Somalier von der Polizei getötet

07 July 2009
Italien: 74 eritreische Flüchtlinge nach Libyen zurückgeschoben
05 July 2009
Liste der dokumentierten Zurückweisungen nach Libyen
Vom 5. Mai bis zum 5.Juli 2009 wurden belegbar 1.122 Flüchtlinge und MigrantInnen von Italien nach Libyen zurückgewiesen. 24 Somalier und Eritreer haben mittels des Anwalts Anton Giulio Lana aus Rom Klage vor dem europäischen Menschenrechtsgerichtshof eingereicht. Weitere 74 eritreische Asylsuchenden hatten keinerlei Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit einem Anwalt.02 July 2009
Das Sterben geht weiter: 459 Tote in den ersten sechs Monaten 2009
ROM, 2 Juli 2009 -- Die Zahl der Toten an den Grenzen sinkt. Das erste Mal in den letzten drei Jahren. Die Presse berichtete im ersten Halbjahr 2009 von 434 Toten auf den Migrationsrouten im Mittelmeer. Dazu gerechnet werden müssen die 25 an den Landgrenzen gestorbenen Menschen, unter ihnen drei Jugendlichen, die unter einem Lastwagen geklemmt über die Adria in einen italienischen Hafen kamen. Im letzten Jahr gab es im gleichen Zeitraum 985 Tote. Die Daten, auf Berichten der internationalen Presse basierend, wurden von Fortress Europe veröffentlicht. Eine Erklärung für die Verringerung der Schiffsunglücke ist der Rückgang der Ankünfte. Vor allem in Spanien und Italien. Seit dem Beginn der Zurückweisungen auf See nach Libyen am 7. Mai 2009 kann man die Ankünfte in Sizilien an einer Hand abzählen. Auch auf den Kanaren gab es im April und Mai keine Ankünfte, im Juni kamen nur sehr wenige auf der Inselgruppe an. Das sind die Folgen der Zurückweisung auf See, der gemeinsamen Patrouillen mit Senegal und Mauretanien, koordiniert durch Frontex. Aber es ist noch zu früh, um die Daten wirklich mit dem Vorjahr zu vergleichen. Aus dem südlichen Mittelmeerraum erreichen uns kaum Meldungen. Deshalb kann man nicht mit Sicherheit sagen, ob die Zahl der Toten gesunken ist oder ob die Schiffsunglücke nicht einfach in weit abgelegenen Gegenden, in der Nähe der libyschen Küste oder auf hoher See, geschehen, und damit für unsere Augen und Kameras nicht mehr sichtbar sind.14 May 2009
Libyen: Auslagerung der Grenze für die Auslagerung des Asyls?
02 May 2009
Auf der Route der eritreischen Diaspora in Ägypten. Ziel: Israel
ROM, 5. Mai 2009 – Asmara, Kairo, Tripolis, Asmara. Pater Austin hält etwa zwanzig weiße Umschläge in der Hand. Er überprüft die mit der Hand darauf geschriebenen Adressen. Die Umschläge haben keine Briefmarken. Es sind die Briefe der eritreischen Häftlinge aus Burg el Arab. Wir sind in Ägypten. Die Gemeinde Saint Yousuf, auf der wohlhabenden Nilinsel Zamalek, mitten im Zentrum von Kairo, ist eine Anlaufstelle für etwa 200 Eritreer die in dieser Gegend leben. Am Vortag hat eine Delegation der Gemeinde das Gefängnis Burg el Arab besucht, das im Norden, in der Nähe von Alexandria, liegt. Sie konnten mit 15 Häftlingen sprechen, die ihnen einige Briefe an ihre Familien ausgehändigt haben. 170 Eritreer sitzen hinter Gittern. Und nicht nur in Burg el Arab. In halb Ägypten haben sich die Gefängnisse in den letzten zwei Jahren mit Flüchtlingen aus Eritrea und dem Sudan gefüllt. Sie werden auf der Sinai-Halbinsel verhaftet und nach Qanater, nach Kairo, nach el-Arish und Rafah, in der Nähe des Gazastreifens, und in den Süden, nach Hurghada, Shallal und Aswan, gebracht.22 April 2009
Cap Anamur: Staatsanwaltschaft fordert 4 Jahre Haft
AGRIGENTO, 22/04/09 - In ihrem Plädoyer am 22.4.2009 hat die Staatsanwaltschaft in Agrigento in einem dreistündigen Plädoyer 4 Jahre Haft und eine Strafe von jeweils 400.000 Euro für die Angeklagten Bierdel und Schmidt gefordert. Auch das Schiff, inzwischen mit 2 Millionen US-$ auslgelöst, soll konfisiziert werden. Elias Bierdel war der Leiter des Komitees Cap Anamur und damit Verantwortlicher für die Aktionen des Schiffes, Stefan Schmidt war seinerzeit Kapitän der Cap Anamur. Der Erste Offizier des Schiffes, der ebenfalls der Beihilfe zur illegalen Einreise angeklagt wurde, soll laut Staatsanwaltschaft nicht schuldig sein, da er „mit dem Fall nicht als Verantwortlicher zu tun habe.“
16 April 2009
Lampedusa: von der Polizei misshandelt
RAGUSA, 16/04/09 - Von der Polizei geprügelt, "ohne Gnade". Am Kopf verletzt, Handgelenkbrüche, Verletzungen an den Beinen. Das erste Mal sprechen die im Identifikations- und Abschiebungsgefängnis Lampedusa festgehaltenen Migranten. Mehr als 600 Tunesier und um die 100 Marokkaner sind dort seit Monaten unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Wir kennen sie, aber sie haben uns gebeten, ihre Namen nicht zu nennen, aus Sicherheitsgründen. Sie klagen die Misshandlungen am Tag der Revolte und des Brandes am 18. Februar 2009 im Lager Lampedusa an.06 April 2009
Die 21 Überlebenden des Schiffbruchs vom 30.3.3009 sind im Gefängnis
02 April 2009
Mutige Kapitäne
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MAZARA DEL VALLO - “Wir befinden uns im Durchgang. Das ist unser Fischfanggebiet und ihre Durchfahrtszone”. Fast jeden Tag kreuzen die Fischer im Kanal von Sizilien die Boote der Migranten im Meer vor Lampedusa. Und immer öfter ersetzen sie die Küstenwache und die Marine in schwierigen Rettungsaktionen. Die letzte fand am vergangenen 28. November 2008 statt. Bei stürmischer See und acht Meter hohen Wellen sind fünf sizilianische Schiffsbesatzungen beherzt 650 Personen zu Hilfe geeilt. Um die Protagonisten jener Rettung zu treffen begab ich mich nach Mazara del Vallo, dem ersten Fischereidistrikt Italiens. Und ich erfuhr, dass es nicht das erste Mal war. In den letzten Jahren haben die Fischer aus Mazara hunderten von Männern und Frauen das Leben gerettet. Die ihren sind unglaubliche Geschichten, von Menschen, die nach Stunden im Wasser auf hoher See aufgefischt wurden, an den Kiel eines untergegangenen Schlauchboots geklammert. Es sind dramatische Geschichten von Booten, die während der Rettungsaktionen umkippten und Menschen, die zwei Meter vor ihrer Rettung ertranken. Heldengeschichten von Seemännern, die mitten in der Nacht ins Meer sprangen, um eine ins Wasser gefallene Frau zu retten. Aber auch grausame, unsagbare Geschichten, von Leichen, die von den Fischen angefressen in den Netzen gefundenen wurden. Es sind die Geschichten einer tiefen Menschlichkeit. Von anonymen Helden, die nicht weggeschaut haben. Denn „wenn du ein Kind mit drei Monaten im Meer siehst, denkst du nicht mehr ans Geld oder an die Zeit, die verloren geht. Du denkst nur daran, ihm das Leben zu retten”.02 March 2009
Tatun: Mailands äußerstes Viertel
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KAIRO – Es gibt ein Viertel Mailands, das noch nicht an das U-Bahn-Netz angeschlossen ist. Es liegt in Ägypten, auf dem Land, am Ufer des Nils, 150 km südlich von Kairo. Es hat nur 80.000 Einwohner, doch hier leben die Familien von mehr als 47.000 ägyptischen Emigranten, die in der Hauptstadt der Lombardei leben. Spezielle libysche Reisebüros verbinden Mailand mit ihrer äußersten Peripherie. Sie nutzen dafür alte, schrottreife Fischerboote, die jede Woche vor der Küste Lampedusas abgefangen werden. Alles hat in den 90er Jahren begonnen. Zuerst landeten die Boote in Apulien, dann in Sizilien. Mehr als 20.000 Ägypter haben zwischen 2005 und 2007 das Mittelmeer überquert. Und mit der Zeit, nach mehrfachen Legalisierungen von illegalen Einwanderern, haben die, die einen ordnungsgemäßen Aufenthaltstitel erlangt haben, ihre Geschwister, Cousinen und Cousins nachkommen lassen. So ist in Mailand ein Netzwerk der familiären Unterstützung entstanden, durch das bis heute Tausende Verwandte ohne Papiere eine Unterkunft und eine Arbeit finden. Sie arbeiten als Stuckateure, Zimmerer, Hilfsarbeiter oder Bäcker. Viele sind mittlerweile Pendler. Sie haben ordnungsgemäße Papiere, und wenn es keine Arbeit gibt, fahren sie für einige Monate zurück nach Ägypten. Sie kommen mit dem Auto, kaufen Grundstücke und bauen Häuser. Auf dem Land, das seit den letzten Agrarreformen verarmt ist und wo ein Bauer mit Mühe sieben Euro täglich zusammenbekommt, eröffnet ihre Anwesenheit neue Phantasien. Die Emigration erscheint heute als der einzige Ausweg.02 February 2009
Guantanamo Libyen. Der neue Gendarm der italienischen Grenzen
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TRIPOLIS – Das Eisentor ist doppelt verriegelt. Aus der kleinen Luke blicken die Gesichter zweier junger afrikanischer Männer und eines Ägypters. Der herbe Geruch, der aus der Zelle schlägt, brennt in meinen Nasenhöhlen. Ich bitte die drei, zur Seite zu gehen. Der Blick öffnet sich auf zwei Räume von drei mal vier Metern. Ich begegne den Blicken von etwa dreißig Personen. Übereinander gepfercht. Am Boden sehe ich ein paar Matten und einzelne schäbige Schaumgummimatratzen. Auf die Mauern hat jemand Guantanamo geschrieben. Aber wir sind nicht in der amerikanischen Basis. Wir sind in Zlitan, in Libyen. Und die Häftlinge sind keine mutmaßlichen Terroristen, sondern Migranten, die südlich von Lampedusa verhaftet wurden und die man in teils von Italien und der Europäischen Union finanzierten, baufälligen Haftanstalten verkommen lässt. Die Häftlinge drängen sich gegen die Zellentür. Sie erhalten seit Monaten keine Besuche. Einige erheben die Stimme: “Helft uns!” Ein Junge streckt die Hand über die erste Reihe hinaus und reicht mir ein Stückchen Karton. Eine Telefonnummer steht darauf, mit Kugelschreiber geschrieben. Die Vorwahl ist die von Gambia. Ich stecke es ein bevor die Polizei etwas davon merkt. Der Junge heißt Outhman. Er bittet mich, seiner Mutter zu sagen dass er noch lebe. Er ist seit fünf Monaten im Gefängnis. Fabrice hingegen verlässt diese Zelle seit neun Monaten nicht. Beide wurden während der Razzien in den Einwanderervierteln von Tripolis verhaftet.
02 January 2009
Grenze Sahara. Die Inhaftierungslager in der libyschen Wüste
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02 December 2008
Libyen – Wir waren in Misratah. Die Wahrheit über die 600 eritreischen Häftlinge
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MISRATAH – Nachts, wenn die Stimmen der Häftlinge und das Geschrei der Polizei verstummen, hört man vom Hof des Gefängnisses das Meer. Die Wellen des Mittelmeers branden auf den Strand, etwa hundert Meter von der Mauer des Häftlingslagers entfernt. Wir sind in Misratah, 210 km östlich von Tripolis, in Libyen. Und die Häftlinge sind alle politische Asylbewerber aus Eritrea, die im Meer vor Lampedusa oder in den Wohnvierteln der Einwanderer in Tripolis verhaftet wurden. Sie sind kollaterale Opfer der italienisch-libyschen Zusammenarbeit gegen die Einwanderung. Es sind mehr als 600 Personen, davon 58 Frauen und mehrere Kinder und Neugeborene. Sie sind seit mehr als zwei Jahren inhaftiert, aber niemand von ihnen hat einen Prozess vor Gericht bekommen. Sie schlafen in fensterlosen Zimmern von 4 mal 5 Metern, bis zu 20 Personen liegen auf Matten und Schaumstoffmatratzen auf dem Boden. Tagsüber versammeln sie sich unter den wachsamen Augen der Polizei auf dem 20 mal 20 Meter großen Hof, um den die Zimmer angeordnet sind. Es sind junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren. Ihr Vergehen? Sie haben versucht, nach Europa zu gelangen, um dort Asyl zu beantragen.02 November 2008
Tunesien: Die Diktatur südlich von Lampedusa
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TUNESIEN – Verhaftung und Folterung von Gewerkschaftern. Von der Polizei getötete Demonstranten. Journalisten im Gefängnis. Und ein mächtiger Zensurapparat, der das Ausbreiten des Protests verhindern soll. Es ist keine Geschichtsstunde über Faschismus, sondern die Chronik der letzten zehn Monate in Tunesien. Eine Chronik, die keinen Zweifel über die Natur des Regimes von Zine El Abidine Ben Ali lässt - an der Spitze des Landes seit 1987 - und die die verborgene Seite eines Landes aufdeckt, das alljährlich von Millionen Touristen besucht und von tausenden Emigranten verlassen wird. Um sie zu schreiben, musste ich auf illegalem Weg die Stadt Redeyef erreichen, das Herz der Revolte im Südwesten des Landes, um die Kernzeugen jener sozialen Bewegung zu treffen, die von den demokratischen Kreisen in Tunis bereits als die wichtigste und langatmigste der letzten 20 Jahre in Tunesien bezeichnet wird. Als die Polizei mich entdeckte, war es bereits zu spät. Von jenem Tag an wurde ich von Agenten in Zivil überwacht, Tag und Nacht. Mein Telefon wurde abgehört. Ich wurde eingeschüchtert. Aber am Flughafen von Tunis haben sie bei der Durchsuchung meines Gepäcks nicht das gefunden, wonach sie suchten. Die Interviews waren vor mir in Italien angekommen, dank eines eingefahrenen Untergrund-Postsystems und einer guten Internetverbindung.






